Bauchgefühl – der Bauch nach der Geburt

in der Schwangerschaft lieben wir unseren Bauch, doch was ist dann, wenn das Baby da ist? Unser Bauch nicht mehr so schön straff und glatt – oder sogar noch aufgepolstert mit Schwangerschaftspfunden? Diesen Bauch an zu nehmen fällt vielen Frauen schwer. Dies ist ein Liebesbrief an den Bauch. Möge er dir helfen, deinen Bauch in einem liebevolleren Licht zu sehen.

Ist ein Postpartum Body schön?

Während der Schwangerschaft musste ich immer wieder selig meinen Bauch streicheln. Ich konnte es kaum erwarten, bis meine Schwangerschaft endlich für alle sichtbar war. Einen Satz einer älteren Dame feiert ich: „Oh schau mal, sie ist schwanger“  Mein immer dicker werdender Bauch stand für das Glück, das ich in mir trug und ich liebte ihn. Ich streichelte sanft über ihn und ölte ihn ein – er bekam so viel Aufmerksamkeit und Liebe…

Und dann, als dann mein Bauchwesen da war, vergaß ich meinen Bauch. Er wurde weder geölt, noch gestreichelt noch geliebt. Eigentlich sogar das Gegenteil. Ich sah überall auf Instagram Frauen, die ihre Postpartum Körper stolz präsentierten, wo man schon nach einer Woche kaum noch etwas sah. Ich ließ mich davon unter Druck setzten, und eine leise Abneigung gegen meinen weichen, schlaffen Bauch rührte sich. Ich fand es schrecklich, dass man mir noch drei Monate nach der Geburt fragte, wann „es denn soweit sei“. Also versuchte ich dagegen an zu gehen. Ich versuchte meine Ernährung um zu stellen, ab zu nehmen, aber diese fluffigen Bindegewebslöcher im Bauch blieben – waren da überhaupt noch Bauchmuskeln?

Der Ort der Wunder

Dann bekam ich mein zweites Kind. Während der Schwangerschaft liebte ich meinen Bauch, er bekam wieder sehr große liebevolle Aufmerksamkeit. War das nicht seltsam? Ein paar Monate zuvor mochte ich meinen Bauch nicht, und plötzlich war es ganz anders…  mir gefiel die Idee, dass ich meinen Bauch lieben würde, auch wenn ich nicht schwanger war.

Jetzt zeige ich hier mutig meinen Bauch. Er hat immer noch überflüssige Pfunde, er ist immer noch weich und fluffig und hat Dellen und Dehnungsstreifen. Heute sehe ich ihn aber ganz anders. Ich sehe ihn als ein Wunder an – denn mein Bauch hat zwei Kinder geborgen. Mein Bauch war ein Heim, in dem zwei Babys heran wuchsen. Hinter meinem Bauchnabel nährten sie sich durch ihre Bauchnabel. Und jetzt legen sie liebevoll ihren Kopf auf meinen Bauch, während ich sie liebevoll streichel. „Du bist so herrlich weich“ – sagt mein Großer. Ja, der Bauch ist auch jetzt noch der Ort der Geborgenheit für meine Kinder. Er steht für sie für Mama-Glück, für Kuschelstunden und liebevolle Augenblicke.

Nimm dich so, wie du bist

Wie also, sollte ich ihn nicht an nehmen? Es stimmt, er sieht nicht mehr glatt und straff aus – und auch wenn die überflüssigen Pfunde weg wären, würde er noch voller Dellen und Falten sein… wie ein gedehnter Luftballon. Nun – ich finde, dass darf er auch – schließlich war er mal so riesig und aufgebläht. Mein Bauch wurde genutzt für das Wunder der Liebe und ich finde, es ist in Ordnung, wenn man es sieht.

Ich trage also meinen dicken, schwabbeligen Mama-Bauch in die weite Welt, in der Hoffnung, dass er dich findet. In der Hoffnung, dass du deinen Bauch wieder liebevoll betrachtest, ihn ein ölst, ihn streichelst, auch ohne schwanger zu sein. In der Hoffnung, dass du ihm vergeben kannst, dass er nicht mehr so aussieht, wie vor der Schwangerschaft. Schließlich trug er deine größte Liebe.

Und ich denke, dies ist etwas, was man wertschätzen darf…

Tipps für einen Bauch voller Liebe

  • schenke ihm positive Aufmerksamkeit – öle ihn ein, streichel ihn
  • dabei kannst du ihm danken, dass er dein(e) Kind(er) getragen hat
  • suche dir eine „bodypositive“ Umgebung – auf Instagram z.B.
  • Bauchtanz lernen
  • suche dir positive Affirmationen, die du dir sagen kannst, wenn Gedanken aufkommen, die dich runter ziehen… z.B. „Ich liebe meinen Körper, er hat meine Kinder geboren!“ oder „Mein Körper ist ein Wunder“ oder, was du magst
  • vergleiche dich nicht mit anderen Müttern, die evtl. nicht diese Schwierigkeiten haben, weil sie ein anderes Bindegeweben haben. o.ä.

 

Ein Gedanke zu „Bauchgefühl – der Bauch nach der Geburt

  1. Ein wunderbarer Beitrag zum Thema! Bei mir ist mein Busen, der so schwer angenommen werden kann und doch so lange meine beiden Kinder nährte. Wir sind so oft von einer Perfektion umgeben, die es NICHT gibt!! Daher tut es so gut, solche mutigen, schönen und ehrlichen Beiträge zu lesen. Danke dafür!

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